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Der Dom zu Halle

Dokumentation
mdr, aus der Dokumentationsreihe
"Zeugen aus Stein"

Mai 2006

Dass Halle einen Dom hat, wissen die Wenigsten. Versunken, fast versteckt, liegt das große weiße Kirchenschiff zwischen Plattenbauten, Fachwerkhäusern und einer Hochstraße. Zu Zeiten der Reformation kam dem Dom eine Schlüsselrolle zu…

Seine Geschichte geht zurück in das 13. Jahrhundert. Dominikanermönche bauten damals ihrem Stil als Bettelorden entsprechend am Rande der Stadt eine bescheidene Hallenkirche ohne Turm.
Der spektakuläre Umschwung kam mit der Herrschaft Fürst Albrechts von Brandenburg. Kardinal Albrecht machte aus der Kirche des Bettelordens nicht nur einen Dom sondern auch eine gigantische Schatztruhe, sammelte Reichtümer und Reliquien. Doch sein Machtstreben, sein Geschäftssinn riefen starke Gegenkräfte auf den Plan. Nur wenige hundert Meter entfernt von Albrechts Lieblingsresidenz – dem Dom – predigt 1545 Martin Luther in der Marktkirche. Halle hatte sich für die lutherische Lehre entschieden.

Heute gehören die meisten Menschen in Halle keiner Kirche mehr an. Evangelische und katholische Christen sind eine Minderheit und arbeiten und feiern zusammen. Während die Marktkirche das Zentrum der Stadt prägt und hier die Zahl der Taufen steigt, liegt der Dom im Abseits. Er gehört seit 300 Jahren den Reformierten und die kleine Gemeinde trägt an dem stattlichen Kirchbau schwer. Gottesdienste sind dort nur in der warmen Jahreszeit möglich, die Orgel ist verstummt und unangemeldete Besucher stehen vor verschlossener Tür. Mit Idealismus und Engagement versucht die Gemeinde, ihren Dom für die Zukunft zu bewahren und ihm wieder zu jenem Ansehen zu verhelfen, das einst Künstler und Reisende anlockte.

Der Film erzählt wie sich in der Geschichte des Domes die Geschichte der Stadt Halle und ihrer Menschen spiegelt. Eine Zeitreise mit offenem Ende.

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